50)Zusatz N:o 50.



  Von den Bildern auf dem Kisil-Kajä-Felsen wurden auf Aspelins dritter Reise im J. 1889 genaue Abdrücke genom- men, auf Grund welcher wir hier Einzelheiten von gewissen Gruppen veranschaulichen können. Die Bilder auf dem Felsen »zur Rechten», Abb. 296, die in 1/10 natürlicher Grösse ausgeführt sind, lassen in Bezug auf Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Kesselserie ist dagegen auf dem Gesamtbilde Abb. 297 nur in 1/20 der nat. Gr. dargestellt, weshalb verdeutlichende Detailbilder nötig sind. Die Abb. 298-300 zeigen diese Serie auf drei Abschnitte verteilt, alle in ¼ nat. Gr. Die ganze Länge der Bilderserie beträgt 2,52 m. Ausser den mit Federbusch versehenen Kopfbedeckungen der Reiter und der eigentümlichen Form der Hinterzwiesel am Sattel verdienen die fünf Gruppen, in welchen ein oder zwei Männer mit Quirlen den Inhalt eines Kessels umrühren, eine besondere Aufmerksamkeit. Im ganzen sind in der Serie neun Kessel dargestellt, ein jeder mit zwei halbrunden Ohren und einem Fusstück. An einer Stelle im mittelsten Teil der Serie, Abb. 299, steht ein Kessel, dessen beide Ohren mit drei gestielten Knöpfen geschmückt sind, Diese Verzierung hat, wie bekannt, ihr Gegenstück in den grossen sibirischen Bronze- kesseln, von denen ein Exemplar aus dem Gouvernement Jenisseisk vergleichshalber hier abgebildet ist. Obgleich bei der Ausführung dieser primitiven Zeichnungen selbstverständlich keine Skala oder richtige Proportionen zwischen den abgebildeten Gegenständen in Frage kommen konnten, so ist es dennoch bemerkenswert, dass der Kessel in allen fünf Gruppen im Verhältnis zu den dabeistehenden Menschenfiguren so hoch dargestellt ist, dass der Koch — wenn diese Bezeichnung am Platz ist — seine Hand hoch heben muss um den Schaft des Quirls zu erreichen, ein Umstand, der uns an die grössten Bronzevasen denken lässt, welche eine Höhe von 70—90 cm erreichen können.

Abb. 295-296. Seite 56