Von den Bildern auf dem Kisil-Kajä-Felsen wurden auf
Aspelins dritter Reise im J. 1889 genaue Abdrücke genom-
men, auf Grund welcher wir hier Einzelheiten von gewissen
Gruppen veranschaulichen können. Die Bilder auf dem Felsen
»zur Rechten», Abb. 296, die in 1/10 natürlicher Grösse ausgeführt
sind, lassen in Bezug auf Deutlichkeit nichts zu wünschen
übrig. Die Kesselserie ist dagegen auf dem Gesamtbilde
Abb. 297 nur in 1/20 der nat. Gr. dargestellt, weshalb
verdeutlichende Detailbilder nötig sind. Die Abb. 298-300
zeigen diese Serie auf drei Abschnitte verteilt, alle in ¼ nat.
Gr. Die ganze Länge der Bilderserie beträgt 2,52 m. Ausser
den mit Federbusch versehenen Kopfbedeckungen der Reiter
und der eigentümlichen Form der Hinterzwiesel am Sattel
verdienen die fünf Gruppen, in welchen ein oder zwei Männer
mit Quirlen den Inhalt eines Kessels umrühren, eine besondere
Aufmerksamkeit. Im ganzen sind in der Serie neun
Kessel dargestellt, ein jeder mit zwei halbrunden Ohren und
einem Fusstück. An einer Stelle im mittelsten Teil der Serie,
Abb. 299, steht ein Kessel, dessen beide Ohren mit drei
gestielten Knöpfen geschmückt sind, Diese Verzierung hat, wie
bekannt, ihr Gegenstück in den grossen sibirischen Bronze-
kesseln, von denen ein Exemplar aus dem Gouvernement
Jenisseisk vergleichshalber hier abgebildet ist. Obgleich bei
der Ausführung dieser primitiven Zeichnungen selbstverständlich
keine Skala oder richtige Proportionen zwischen den abgebildeten
Gegenständen in Frage kommen konnten, so ist es
dennoch bemerkenswert, dass der Kessel in allen fünf Gruppen
im Verhältnis zu den dabeistehenden Menschenfiguren so hoch
dargestellt ist, dass der Koch — wenn diese Bezeichnung am
Platz ist — seine Hand hoch heben muss um den Schaft des
Quirls zu erreichen, ein Umstand, der uns an die grössten
Bronzevasen denken lässt, welche eine Höhe von 70—90 cm
erreichen können.