5)Zusatz N:o 5.



 Der Burgwall auf dem Orgaberge, der von den Dorfbewohnern tschuchonskoje gorodistsche (die finnische Burg) genannt wird, liegt 5 Werst SSO vom Dorfe Podkamen. Der scharfe Grat des Berges, der hier ungefähr in der Richtung SW-NO verläuft, ist auf der der Steppe zugekehrten Nordwestseite beinahe senkrecht und unersteigbar, nach Schätzung 150-200 m hoch und besteht zum Teil aus Schieferschichten, zum Teil aus abrutschender Erde, auf welcher Laub- und Nadelwald wächst. Der Südostabhang senkt sich unterhalb des Gratabgrundes langsam zum Tal herab und ist beinahe unbewaldet, Abb. 94. Mit dem Grat als Rückenschutz ist auf der Böschung eine steinerne Brustwehr errichtet.

 Wie der Grundriss der Burg, Abb. 95, zeigt, ist sein von Wällen umgebenes Areal in seinem jetzigen Zustand ungefähr 190 m lang und 37 m breit. Der Burgwall hat zwei grössere Höfe; zwischen ihnen bilden nach innen gebogene Wälle einen Vorhof und einen Zwinger, der an der schmalsten Stelle 7,50 m misst und an dessen äussere Öffnung eine halrunde Vormauer gebaut ist. Sowohl an dem Ost- als auch an dem Westende der Feste befinden sich Aussenwerke und weiter unten an der Böschung sind die Reste eines solchen. — Auf dem nordöstlichen grossen Hofe finden sich an den Wällen von Steinkreisen oder zerfallenen Wänden umgebene Gruben, vielleicht Reste von Behausungen, in welchen die auf den Berg geflüchteten Dorfbewohner gewohnt haben. Sie haben zumeist einen Durchmesser von 5-6 m; die Länge der grössten beträgt etwa 12 m.

 Die Bauart der Wälle ist die folgende: ohne Mörtel oder ein anderes Bindemittel sind sie aus übereinandergelegten rötlichen Sandsteinplatten, deren Länge und Breite zwischen 15 und 60 Zentimeter wechselte und deren Dicke 5 bis 10 Zentimeter betrug, aufgeschichtet. Die Wälle waren an vielen Stellen eingestürzt. An den am besten erhaltenen Stellen ist zu sehen, dass die in der Längenrichtung des Berges verlaufenden Wälle auf der Aussenseite senkrecht, auf der Innenseite geneigt waren; vrgl. den Schnitt a—b, Abb. 95, wo die Höhe des Walles 2 m betrug. — Die heilste Stelle der nordsüdlich verlaufenden Wälle war bei c—d, wo der Durchschnitt des Walles viereckig ist und die Höhe 1,50 m, die Breite 2 m beträgt. — Ein Wallgraben war nicht vorhanden.

 Vom Grat des Orga berges öffnete sich nach Norden eine weite Aussicht über de Podkamener Steppe, den Lauf des Kara-Jusflusses und entfernte Bergzüge.