Von der Gräbersteppe bei Tschirkovo zwischen den Flüssen Uibat, Bei und Ninja entwarf ich mit Schrittmessung und Kompass die Kartenskizze Abb. 155. Von den Inschriftsteinen, die früher bei Tschirkowo standen und sich jetzt im Minussinsker Museum befinden, sind zwei mit Reliefgesichtern geschmückt, weshalb ich sie hier behandele. Sie sind zwar in dem Werk »Inscriptions de l’Ienissei veröffentlicht, da ich aber bei einem Vergleich des dort wiedergegebenen transscribierten Textes mit den auf Löschpapier übertragenen Abklatschen eine andere Auffassung von den Formen einiger Schriftzeichen erhalten habe, publis ziere ich auch diese Inschriften von neuem. Der Stein I auf der Kartenskizze, in Abb. 156 a und b von zwei Seiten dargestellt (Strahlenberg Taf. V A; Inser. Fig. 2, XXV), hat ungefähr 1 km nördlich von Tschirkowo gestanden. Er ist 2,75 m hoch, unten ungefähr 50 cm breit und 30 cm dick. Man hat ihn sorgfältig fünfkantig zugehauen und ihm eine etwas gebogene Form gegeben. Auf der einen Schmalseite ein Gesicht in niedrigem Relief; auf der Stirn drei Augen, Tätowierstreifen, Nasenlöcher, Mund und Kinn. Von der Mitte der Stirn erheben sich undeutliche Reste von ornamentalen Linien. Die Brustpartie zum Teil zertrümmert. Der Stein II, auf der Kartenskizze von zwei Seiten in Abb. 157 a und b wiedergegeben (Inscr. Fig. 3, XXIII), hat ungefähr 3 km westlich von Tschirkowo auf dem Südufer des Uibat gestanden. Er ist 2,20 m hoch, unten beinahe 50 cm breit und 30 cm dick, oben etwas schmaler; alle vier Ecken oberhalb des Gesichtes sorgfältig abgeschrägt. Das Ge sicht in verhältnismässig hohem Relief; von den Ecken der Stirn gehen mit vertieften Strichen gezeichnete Hörner (Ohren?) aus und von der Mitte der Stirn erheben sich bis zum Scheitel des Steines drei parallele Wellenlinien. Bemerkenswert ist, das die Inschriften, die auf dieser Seite des Steines vorkoms men, über die soeben genannten Linien eingehackt sind ohne irgend welche Rücksicht auf die ornamentale oder mytholos gische Bedeutung derselben, woraus zu schliessen ist, dass die Inschriften jünger sind als die künstlerische Ausschmückung des Steines. Dieselbe Erscheinung sehen wir auf Stein I, wo vor allem oberhalb der Stirn Inschriften an Stellen vorkoms men, wo ursprünglich (jetzt aber zum Teil abgeschabte) or« namentale Linien gewesen sind. .