Von Tschaatas entwarf ich den Plan 158. Das Perspektivbild 159 zeigt die Reihe der »Heersteine» von Süden nach Norden mit dem Kurgan I zur Rechten und Abb. 160 die Aussicht vom Kurgan II nach Osten und Südosten. Ausser den Kriegssteinen, die beinahe alle einzeln auf ebener Steppe stehen, zählte ich hier anderthalb hundert Gräber, darunter drei grössere Kurgane und drei andere, kleinere und niedrigere Erdhügel. Die übrigen waren alle aufgewühlte Steinhügel teils mit, teils ohne Steinpfeiler. An folgenden Steinpfeilern, deren Nummern sich auf der Karte wiederfinden, konnten eingehackte Figuren beobachtet werden, nämlich an: Stein 1. Undeutliche Figuren. 2. 2 m hoch. Auf der östlichen Schmalseite halbrunde u.a. Buchstaben ähnliche Zeichen, Abb. 161. 3. umgestürzt. Zwei Buchstaben ähnliche Zeichen, von derselben Art wie die auf Stein 30 (Abb. 181) 4. Ungefähr 1 m hoch. Auf der südlichen Breitseite eine spiralenförmige und andere, undeutbare Figuren, Abb. 162. 5. Schalenförmige Opfergrübchen. 6. 1,50 m hoch. Auf der östlichen Schmalseite buch- sternenförmige Zeichen, welche an die auf Stein 2 erinnern, Abb. 163. 7. Von den zerstörten Bildern ist der Mund eines Gesichtes unterscheidbar. 8. umgestürzt. 2,53 m lang, die Seiten ungef. 40 cm breit. Auf einer Seite ein Reliefgesicht mit zwei Au- gen, Tätowierstreifen, Nase, Mund und Kinn. Von der Stirn gehen Hörner und Tierohren aus, von der Mitte der Stirn eine sich ringelnde Linie, alles breit und tief eingehackt. Unterhalb des Gesichtes ein Doppelkreis mit an vier Stellen hervorspringen» den Strahlen oder Ecken. Auf der anderen Breitseite drei ebensolche Kreise. Abb. 164. 9. Eingehackte Bilder. Der Stein ist der südlichste von sechs Steinpfeilern, die ein Steinhügelgrab umgeben. 10. 1,10 m hoch an dem Rande eines Steinhügelgrabes. Zwei Schriftzeichen, die dem s. g. Altaialphabet an- zugehören scheinen, Abb. 165. 11. Opfergrübchen. Dieser und die Steine 12 und 13 stehen an einem und demselben Steinhügelgrabe. Stein 12. Auf der nordöstlichen Seite des Steines undeutliche Figuren, von denen Abb. 166 ein Beispiel giebt. 13. 1,90 m hoch, ungef. 70 cm breit und oben spitz. Auf der einen Breitseite sind an Hausmarken oder Buchstaben erinnernde Zeichen, darunter zwei der selben Art wie die auf Stein 30 befindlichen. Abb. 167. 14. Opfergrübchen. Dieser und der folgende Stein an einem und demselben Steinhügelgrabe. 15. 1,80 m hoch, dreieckiger Durchschnitt. Auf der südlichen Seite eine eingehackte Spirallinie und an- dere Figuren, Abb. 168. 16. an einem Steinhügelgrabe ; der heruntergefallene obere Teil ist 2,65 m lang, der in der Erde steckende ist 0,30 m hoch, so dass die Gesammthöhe annähernd 3 m gewesen ist. Auf der einen Schmalseite ein schlecht gehauenes Reliefgesicht, Abb. 170. 17. am Rande eines Steinhügelgrabes; 1,30 m hoch. Auf die nördliche Ecke und zwei Seiten ist mit vertieften Linien ein Gesicht eingemeisselt; auf der Stirn 7 runde Grübchen, von denen 2 natürlich als Augen gedacht sind, während die übrigen Opfergrübchen sein dürften; unter diesen ein Tätowierstreiten, Nasen- löcher und Mund, Abb. 176. 18. am Rande eines Steinhügelgrabes: 1,20 m hoch. Auf der westlichen Schmalseite mit tiefen Linien ein Gesicht, dessen rechte Seite gänzlich zerstört ist und von welchem nur das linke Auge, 2 Tätowierstrei- fen und, bereits ausserhalb, zwei Strahlen erhal- ten sind. Von der Stirn ragt ein Horn (?) und wie gewöhnlich, die zentrale Säule hervor, Abb. 177. 19. am Rande eines Steinhügelgrabes; schlecht einge- hackte Menschenbilder. 20. am Rande eines Steinhügelgrabes, 1,35 m hoch. Auf der westlichen Schmalseite ein schlecht erhaltenes Gesicht mit Mund, dem rechten und dem mittelsten Auge sowie Resten vom Tierohr (Horn?) und der geschlängelten Zentralsäule, Abb. 178. 21. am Rande eines Steinhügelgrabes; 1,60 m hoch. Auf der südlichen Breitseite drei Reihen Opfergrübchen, Abb. 169. 22. am Rande eines Steinhügelgrabes. Schriftzeichen derselben Art wie auf Stein 30. Stein 23. am Rande eines Steinhügelgrabes (Abb. 174 a). Mitten auf der Schmalseite ein Reliefgesicht mit Mund, einem Tätowierstreifen und drei Augen. Am oberen Ende des Steines, von dem ein Stück abgebrochen zu sein scheint, befindet sich ein beinahe identisches Gesicht mit dicklippigem Mund und dem mittelsten Auge, Abb. 175. 24. steht in geneigter Stellung auf ebenem Boden. Die Breitseite ist NNW-SSO gerichtet, während beinahe alle Steinpfeiler WSW-ONDO orientiert sind. Der Stein ist sehr sorgfältig rechtwinklig zugehauen (vgl. Abb. 180), und auf seinem oberen Teile sind Linien zu sehen, die zu einer zerstörten Inschrift gehören dürften. 25. steht einzeln auf ebener Steppe; 1,355 m hoch, vom Volke kamennaja djewka (Steinmädchen) genannt. Der obere Teil des Steines ist zerbrochen, so dass von dem Reliefgesicht auf der östlichen Schmalseite nur die Nasenlöcher, der lachende Mund und das Kinn erhalten sind; darunter ein weiblicher Busen. Abb. 171. Der Standort des Steines Abb. 172. 26. am Rande des Steinhügelgrabes Abb. 179 (a); 1,58 m hoch, unten 0,70 m breit, 0,15 m dick und sehr sorgfältig rechteckig zugehauen. In der Nähe des oberen Randes läuft rings um den Stein eine gerade 6—7 cm breite Furche. Auf die südliche Breitseite sind die Bilder von zwei Kamelen (?) und einem anderen Tier sowie an zwei Stellen ebensolche Schrift- zeichen wie auf Stein 30 eingehackt. Auch auf der östlichen Schmalseite ist eine undeutbare Figur, Abb. 180. 27. am Rande eines Steinhügelgrabes. Eingehackte Menschenfiguren. 28. am Rande eines Steinhügelgrabes; 1,50 m hoch. Auf der westlichen Schmalseite ein Gesicht in Flachrelief mit drei Augen, Mund und Kinn sowie an drei Stellen »Tätowierstreifen». Von der Stirn ragen Tierohren und Hörner und zwischen ihnen die Reste von zwei geringelten Linien empor. Abb. 173. 29. am Rande eines Steinhügelgrabes; auf der einen Schmalseite ein schlecht ausgeführtes Gesicht. 30. am Rande desselben Steinhügelgrabes. Auf die öst- liche Schmalseite sind zwei Schriftzeichen eingehackt, Abb. 181, derselben Art wie auf den Steinen 5, 15, 22 und 26. 31. am Rande eines Steinhügelgrabes; nur 34 cm hoch, 16 cm breit und I1 cm dick. Sorgfältig rechtwinklig zugehauen, auf der südlichen Breitseite zwei eins gehackte Opfergrübchen (?), Abb. 182. 32. am Rande eines Steinhügelgrabes; 90 cm hoch; eine dünne Steinplatte die unten nur 40 cm, oben aber 74 cm breit ist. Der obere Rand der Platte ist zu dem Profil eines Gesichtes umgeformt worden, das demnach hinauf blickend gedacht ist. Offenbar stellt der breitere obere Teil des Steines den Kopf und der schmalere untere Teil den Hals vor. In die nörd- liche Breitseite ist eine ungefähr 12 cm lange Linie eingehackt. Abb. 183. Der höchste Steinpfeiler, den ich hier sah, steht in der östlichsten Gruppe, ungefähr zwischen den Steinen 10 und 14 (genauer habe ich die Stelle nicht bezeichnet); er ist 4,55 m hoch; nach dem Herausbrechen aus dem Felsen sind die Schmalseiten des Steines etwas bearbeitet worden. Abb. 184. Während unseres Aufenthaltes auf dieser Steppe habe ich folgende zwei Bodenaltertümer nur mit der Bezeichnung »am Uibat» in mein Skizzenbuch gezeichnet. Das eine war ein viereckiges unversehrtes Grab, das mit 8 Steinpfeilern und zwischen diese auf die Kante gestellten niedrigen Randsteinen umsäumt war. Innerhalb dieser Steinsetzung war eine zweite oder richtiger nur je eine Steinreihe längs der West und der Ostseite, zwischen welchen Reihen der Boden etwas höher als die Oberfläche der Steppe war. Auf den östlichen Schmals- seiten der an der Südwest: und der Südostecke stehenden Steine befinden sich die üblichen Gesichtsdarstellungen (baba). Die Breite des Grabes beträgt 20 Schritt von Westen nach Osten, die Länge ist etwas grösser. Abb. 185. — Das andere Denkmal war ein Steinpfeiler, in welchen ausser einem un- deutlichen Tierbilde 11 parallele Linien nebeneinander ein? gehackt sind. Abb. 186. In diesem Zusammenhange möge folgende Felsenzeich- nung erwähnt sein, von der ich erst später Kunde erhielt (sieh den Schluss des Zusatzes N:o 30.). Auf dem Südufer des Ninjaflusses erhebt sich der Berg Ulgulutach, von welchem sich eine weite Aussicht über die von den Flüssen Ninja, Bei und Uibat durchflossenen Steppen und auf Uluss Kobilkowo öffnet. Ungefähr 5-4 km südwestlich von diesem Ort befindet sich eine Kluft der (A auf Karte 155), auf deren Nordwand mir eine Felsenzeichnung gezeigt wurde. Hier sind in zwei Gruppen roh eingehackte Zeichen und Figuren, u.a. eine »Lampe», die doppelten & u.s.w. sowie Tier- und Menschenbilder, die oberflächlich betrachtet an eine Bildschrift erinnern, dargestellt, Abb. 187.