20)Zusatz N:o 20.



 Nachdem wir längs dem Nordufer des Uibat stromabwärts bis zum Dorfe Trajakowo gefahren waren, setzten wir die Reise am Abakanfluss stromaufwärts quer über die Steppe nach Ust-Kamyschtá fort.

 Der von Aspelin erwähnte mit Zeichen versehene Stein, den Pallas publiziert hat, ist wahrscheinlich der in »Neue Nordische Beyträge» (St. Pbg 1795) S. 238 Abb. 5 dargestellte, aber unter den von uns abgebildeten Steinen findet sich keiner, der an diesen erinnert.

 Auf dieser Steppe zwischen Uibat und Kamyschtá zeichnete ich von zwei Steinen die Figuren 188 und 189. Hier sahen wir auch einen Grabhügel, um welchen 17 Steinpfeiler im Viereck standen, Abb. 190; zwei von ihnen wiesen Bilder auf. Der Stein a, Abb. 191, ist eine 2,10 m hohe, unten 1,20 und oben 0,70 m breite Platte. Auf seiner südlichen Breitseite befindet sich das mit breiten und tiefen Linien eingehackte ungef. 70 cm lange und ebenso hohe Bild eines Edelhirsches mit grossem Geweih. — Auf der westlichen Schmalseite des Steines b sind übereinander 10 schlecht ausgeführte Bilder von Vierfüsslern ungefähr einer und derselben Art, Abb. 192.

 Ungefähr 5 Werst vom Dorfe Ust-Kamyschtá zeichnete ich auf derselben Steppe drei Gräber ab. Abb. 193 und Abb. 194 geben Grundriss und Ansicht des einen von ihnen; Abb. 196 stellt einen niedrigen, wahrscheinlich von der Natur geformten, an einen Tierkopf erinnernden Steinpfeiler, der auf dem daneben stehenden Grundriss (Abb. 195) des Grabes mit a bezeichnet ist, dar; Abb. 198, einen an der Nordostecke des Grabes Abb. 197 stehenden Steinpfeiler, auf dessen östliche Schmalseite dem Buchstaben € ähnelnde Schriftzeichen eingehackt sind.

 Am rechten Ufer des Kamyschtáflusses, ungefähr 3—5 Werst oberhalb seiner Mündung, bildeten wir folgende Bodenaltertümer ab. Am Rande des Grabes, Abb. 199, stehen zwei mit Bildern geschmückte Steine, a und b. Der erstere (Abb. 200) ist 1,50 m hoch; auf seiner südlichen Breitseite ist am Scheitel des Steines ein Labyrintbild zu sehen und weiter unten Zeichen derselben Art wie auf dem Steine Abb. 198. Auf der südlichen Breitseite des Steines b ist das Bild eines Hirsches (Abb. 201). — Allein für sich steht auf der Steppe ein 3,60 m hoher Stein, auf dessen westlicher Schmalseite sich 4 untereinandergestellte ɛ ähnliche Zeichen befinden, Abb. 202. — Bei punkt a an dem Grabe Abb. 203 war ein niedriger auf die Kante gestellter Eckstein, Abb. 204, ungef. 1,50 m breit aber kaum 0,50 m hoch, auf dessen westlicher Breitseite ein Tier mit langen Hörnern, eine Figur, welche an jene »Lampen»-Bilder erinnert, denen wir schon an vielen Orten (z. B. Abb. 65 u. 77) begegnet sind, und andere Figuren zu sehen sind. — Auf derselben Steppe kopierte ich folgende buchstabenähnliche Zeichen. Abb. 206 giebt Zeichen wieder, welche sich auf der südlichen Breitseite des auf dem Grundriss Abb. 205 mit a bezeichneten Steinpfeilers befinden. — Die Zeichen auf der Abb. 208 sind von der westlichen Schmalseite des Steines b (am Grabe Abb. 207) und die Zeichen Abb. 210 von der östlichen Schmalseite des Steinpfeilers c (am Grabe 209).