Ungefähr ½, Werst südlich vom Dorfe Monok und auf dem Südufer des gleichnamigen Baches befindet sich am Fusse des Berges, der sich östlich vom Wege erhebt, eine ungef. 200 Schritt lange und 100 Schritt breite Sandterrasse. Sie ist flach und beinahe kahl und erhebt sich 4-6 m über die das Dorf umgebende Steppe; Regen und Wind haben in den dem Wege zugekehrten Abhang ravinenartige Risse eingegraben und auch vom Plateau Sand herabgefegt. Abb. 243 und Grundriss Abb. 244. Auf dieser Terrasse befinden sich einige zehn Gräber. Früher war ihre Zahl ohne Zweifel grösser, durch herabrutschenden Sand dürften viele zerstört sein. Die Dorfbewohner haben von Zeit zu Zeit im Sande Altsachen gefunden; auch ich pflückte auf dem Abhang und dem Plateau auf der Oberfläche liegende Topfscherben auf. Von den Gräbern sind über der Erde kleine und niedrige von Regen und Wind beschädigte Hügel sichtbar, die Sand und Steinscherben enthalten. Sie sind oft von einem viereckigen Rahmen von hochkant gestellten Steinplatten umgeben, deren oberer Rand sich nur 5 bis 10 cm über den Boden erhebt; Steinpfeiler fehlen hier. Der Durchmesser der Hügel beträgt 3-7 m, die Höhe nur 0,30-0,50 m. Vier Gräber wurden von mir untersucht. Grab. I. Zuerst wurde ein Grabhügel untersucht, an dessen Westseite Scherben eines Tongefässes zu Tage lagen (Grundriss Abb. 245). Er mass 2,60x4 m, war 0,50 m hoch und nur aus Sand aufgeführt; von einer Steinkiste war nichts zu sehen. Neben unverzierten Topfscherben lagen von W nach O die Schenkelknochen des Toten ungefähr 0,40 m unter der Oberfläche. Weder andere Skeletteile noch Altsachen wurden gefunden, obgleich ich die Ausgrabung erweiterte, wie die punktierten Linien des Grundrisses zeigen. Grab. II (Abb. 246). Der Grabhügel hatte einen Durchmesser von 53 m und eine Höhe von 0,50 m. Er enthielt eine 0,50 m mächtige Schicht von kleinen Steinscherben, unter welcher eine viereckige Steinkiste zum Vorschein kam. Die hochkant gestellten Wandsteine der Kiste erhoben sich also nicht bis zur Oberfläche. Sowohl die Wandsteine als auch die Decksteine bestanden aus einen halben Meter langen dünnen Platten. Nur zwei Wände und ein Teil der dritten was ren erhalten; auch die Decksteine befanden sich in einiger Unordnung. Die Länge der Kiste betrug 1,90 m, die Breite 0,90 m. Ein gut erhaltenes 1,/0 m langes Skelett lag 0,90 m unter dem Scheitel des Grabhügels, mit dem auf die linke Seite geneigten Kopf nach WSW und den Füssen nach ONO Am rechten Ohr fanden sich zwei ganze und Bruchstücke eines dritten Bronzeringes in der Lage wie Abb. 249 a zeigt. Am linken Ohr lagen Bruchstücke von ebensolchen Ringen und Stücke dünner Baumrinde, die darauf deuten könnten, dass die Leiche auf einer Unterlage von Baumrinde gelegen hat, welche überall vermodert war, wo sie nicht von Erzrost konserviert wurde. Neben der linken Schulter stand ein unverziertes Tongefäss. Am linken Fuss des Skelettes fanden sich Tierknochen, unter diesen lag ein kleines Bruchstück eines bronzenen Messers (?). Grab III (Abb. 247). Auch über dieses Grab war ein kleiner Hügel aufgeworfen, an dessen Nords und Ostseite ein paar Steinkanten 5-10 cm aus der Erde hervorragten. Auf der Westseite hatte Regenwasser den Sand weggespült, so dass die Knochen und das Tongefäss nur von einer 20-30 cm starken Schicht bedeckt waren. Vom Skelett befanden sich nur die Hüftknochen und die Ober- und Unterschenkel. knochen in natürlicher Lage; sie lagen 0,60 m tief, die letzteren nach Osten gerichtet. Westlich der Hüftknochen uns 0,30 unter der Oberfläche befand sich eine zweite Knochens gruppe, welche den Schädel, den Unterkiefer, Brust- und andere Knochen sowie ausserdem 2 Bruchstücke eines Tongefässes (a) enthielt, alles ohne Ordnung durcheinandergeworfen ein Beweis dafür, dass das Grab einst durchwühlt oder die Leiche vor der Bestattung gewaltsam zerstückelt worden ist. Nordwestlich dieses Haufens stand ein Tongefäss, unmittelbar neben welchem nahe dem Boden der obere Teil einer bronzenen Messerklinge mit der Spitze nach oben stak, Abb. 247 b (nebst Profil) und Abb. 249 b. Zwischen dem Knochenhaufen und den Hüftknochen fanden sich ein schmaler Feuersteinsplitter, Abb. 249 c und eine Bronzenadel (?), Abb. 249 d sowie unter dem linken Hüftknochen ein kleiner durchbroche- ner Bronzeknopf, Abb. 249 e. Grab IV, das östlichste der untersuchten Gräber, Abb. 248, mass 3,20 m auf jeder Seite. Kantsteine, die 5 a 10 cm aus der Erde hervorragten, fanden sich auf den drei west- licheren Seiten; auf der vierten Seite war nur einer vorhanden. Längs der Innenseite der Westwand grub ich einen Graben, in dessen Mitte ich einen Schädel und auf der linken Seite desselben ein unversehrtes Tongefäss fand. Längs dem Skelett in östlicher Richtung weitergrabend legte ich eine 1,50 m lange und ebenso breite Fläche bloss. Eine Steinkiste traf ich nicht an; nur auf den Beinen lag eine Steinplatte, im ubrigen waren die Skeletteile mit Sanderde bedeckt. Nur 1,15 m lang, war das Skelett offenbar vor der Bestattung gewaltsam zertrümmert worden: die Brustknochen lagen nämlich unmittelbar neben dem rechten Hüftbein, sodass der untere Teil des Rückgrates gänzlich fehlte. Auch fehlten die Knochen des rechten Armes und die Zähne waren so fest gegeneinander gepresst worden, dass die Wurzeln der Vorderzähne des Oberkiefers die Wände ihrer Zellen durchstossen hatten und ausserhalb derselben sichtbar waren. Links vom Schädel befand sich ein Tongefäss, Abb. 249 f, dessen Rand mit einer Reihe von eingestempelten fünfzähnigen Ornamenten (Abb. 249 g) verziert war. Die Höhe des Gefässes betrug ungefähr 29 cm und der Durchmesser der Mündung 25 cm.